Häufige Fragen
Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Stillberatung, Stillberaterinnen und die Ausbildung. Ob du selbst eine Stillberaterin suchst oder überlegst, diesen Beruf zu ergreifen: Hier wirst du fündig.
Was ist eine Stillberaterin?
Eine Stillberaterin ist eine ausgebildete Fachfrau, die Mütter und Familien rund um das Thema Stillen begleitet. Sie unterstützt beim Anlegen des Babys an die Brust, hilft bei Stillproblemen wie Milchstau oder wunden Brustwarzen und berät zu Themen wie Milchbildung, Abpumpen, Zufüttern und Abstillen. Anders als eine Hebamme, die ein breites Spektrum an Aufgaben abdeckt, konzentriert sich die Stillberaterin ausschließlich auf das Stillen. Ihre spezialisierte Ausbildung ermöglicht eine Beratungstiefe, die im Rahmen der allgemeinen Wochenbettbetreuung oft nicht möglich ist.
Was kostet eine Stillberatung?
Die Kosten hängen vom Format und der Qualifikation der Beraterin ab. Eine Erstberatung (60 bis 90 Minuten) kostet in der Regel zwischen 80 und 120 Euro. Folgeberatungen (30 bis 60 Minuten) liegen bei 50 bis 80 Euro. Online-Beratungen per Videocall sind oft etwas günstiger: 60 bis 90 Euro für eine Erstberatung. Viele Beraterinnen bieten Pakete an, die eine Erstberatung plus Folgeberatungen zu einem vergünstigten Gesamtpreis bündeln. Eine IBCLC-Erstberatung kann etwas teurer sein (100 bis 150 Euro), da die IBCLC-Zertifizierung eine medizinische Vorbildung voraussetzt.
Zahlt die Krankenkasse?
Stillberatung durch eine Hebamme ist eine Kassenleistung und für dich kostenlos. Die Kosten werden direkt mit der Krankenkasse abgerechnet. Stillberatung durch eine freiberufliche Stillberaterin ohne Hebammenqualifikation ist in der Regel eine Privatleistung. Allerdings gewähren einige Krankenkassen Zuschüsse im Rahmen von Bonusprogrammen, Gesundheitskursen oder freiwilligen Satzungsleistungen. Es lohnt sich, bei der eigenen Kasse gezielt nachzufragen.
Was ist der Unterschied zwischen Stillberaterin und IBCLC?
Die Stillberaterin hat eine Grundausbildung in Stillberatung und berät bei allgemeinen Stillfragen und den häufigsten Stillproblemen. Die IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant) hat darüber hinaus eine medizinische Grundausbildung (z.B. Hebamme, Ärztin, Kinderkrankenschwester) und eine intensive Weiterbildung mit internationaler Prüfung. IBCLCs können auch komplexe medizinische Stillprobleme behandeln. Beide Qualifikationen haben ihren Platz: Die Stillberaterin für den Großteil der Stillanliegen, die IBCLC für besonders schwierige Fälle.
Wann sollte ich eine Stillberaterin aufsuchen?
Je früher, desto besser. Typische Anlässe sind: Schmerzen beim Stillen, wunde Brustwarzen, Milchstau oder Brustentzündung, zu geringe Gewichtszunahme des Babys, Saugverwirrung, Unsicherheit zur Milchmenge, Fragen zum Abpumpen, Wiedereinstieg in den Beruf oder Beikosteinführung. Auch ohne akutes Problem kann eine präventive Beratung sinnvoll sein, zum Beispiel bereits in der Schwangerschaft oder in den ersten Tagen nach der Geburt.
Funktioniert Stillberatung online?
Ja, und immer besser. Per Videocall kann die Beraterin das Anlegen beobachten, Stillpositionen anleiten und Fragen in Echtzeit beantworten. Besonders geeignet ist die Online-Beratung für: allgemeine Stillfragen, Beratung zum Abpumpen, Beikosteinführung, Einschätzung der Milchbildung und emotionale Unterstützung. Bei Verdacht auf ein verkürztes Zungenbändchen, für Gewichtskontrollen mit Stillwaage oder wenn Hands-on- Anleitung nötig ist, bleibt ein Vor-Ort-Termin die bessere Wahl.
Wie finde ich die richtige Stillberaterin?
Über Fachverzeichnisse der Stillorganisationen (AFS, DAIS, BDL), über die Empfehlung deiner Hebamme, per Google-Suche, über Instagram oder in regionalen Elterngruppen auf Facebook. Achte auf anerkannte Zertifizierungen, lies Bewertungen anderer Mütter und führe ein kurzes Kennenlerngespräch. Die persönliche Chemie ist mindestens so wichtig wie die fachliche Qualifikation.
Ausführlicher Ratgeber zur Stillberaterinnen-Suche
So findest du die richtige Stillberaterin →Brauche ich eine Stillberaterin, wenn ich eine Hebamme habe?
Die Hebamme betreut dich umfassend im Wochenbett: Rückbildung der Gebärmutter, Nabelpflege, Babypflege, emotionales Befinden und natürlich auch Stillen. Für komplexe Stillprobleme reicht die Zeit im Wochenbettbesuch (20 bis 30 Minuten) aber oft nicht aus. Eine Stillberaterin nimmt sich 60 bis 90 Minuten Zeit, nur für dein Stillanliegen. Hebamme und Stillberaterin ergänzen sich ideal.
Kann eine Stillberaterin bei Milchstau helfen?
Ja, Milchstau ist einer der häufigsten Beratungsanlässe. Die Stillberaterin zeigt Entleerungstechniken (sanfte Massage, Wärme vor dem Stillen, Kälte danach), empfiehlt Stillpositionen, bei denen das Kinn des Babys Richtung Verhärtung zeigt, und erklärt Maßnahmen zur Vorbeugung. Bei Anzeichen einer Mastitis (Fieber über 38,5 °C, starke Schmerzen, Rötung) solltest du zusätzlich deine Hebamme oder Ärztin kontaktieren.
Kann ich als Stillberaterin davon leben?
Die Nachfrage nach qualifizierter Stillberatung wächst stetig. Pro Beratungssitzung kannst du 50 bis 120 Euro berechnen. Mit Einzelberatungen, Stillgruppen, Online-Kursen, Vorträgen und Kooperationen mit Hebammenpraxen oder Kliniken ist ein solides Einkommen möglich. Viele Stillberaterinnen kombinieren die Tätigkeit mit verwandten Berufen (Doula, Mütterpflegerin, Trageberaterin), was die Einkommensmöglichkeiten zusätzlich erweitert.
Brauche ich Vorkenntnisse für die Ausbildung?
Nein, die SULIA Ausbildung zur Stillberaterin vermittelt alle fachlichen Grundlagen von Anfang an: Anatomie und Physiologie der Brust, Biochemie der Milchbildung, praktische Anlegetechniken, häufige Stillprobleme und deren Lösungen sowie Beratungskompetenz. Was du mitbringen solltest: Empathie, echtes Interesse an der Begleitung von Müttern und die Bereitschaft, dich in ein neues Fachgebiet einzuarbeiten.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Online-Ausbildung bei SULIA ist flexibel gestaltet. Du lernst in deinem eigenen Tempo. Die meisten Teilnehmerinnen schließen innerhalb von 4 bis 8 Monaten ab. Du hast lebenslangen Zugang zu allen Kursmaterialien und kannst die Ausbildung neben Beruf und Familie absolvieren. Es gibt keine festen Termine und keine Prüfungszeiträume.
Ist die SULIA Ausbildung anerkannt?
Ja. Die SULIA Stillberaterinnen-Ausbildung ist IPHM-zertifiziert (International Practitioners of Holistic Medicine). Das IPHM ist eine international anerkannte Zertifizierungsstelle für Ausbildungen im Gesundheits- und Wellnessbereich. Dein Abschluss wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz und international anerkannt.
Was ist Saugverwirrung?
Saugverwirrung entsteht, wenn ein Baby zwischen Brust und Flaschensauger wechselt. Die Trinktechnik an der Brust (weite Mundöffnung, wellenförmige Zungenbewegung) unterscheidet sich grundlegend vom Trinken am Flaschensauger (Milch fließt passiv). Das Baby kann diese unterschiedlichen Techniken verwechseln und beginnt, an der Brust den Flaschensauger- Modus zu nutzen, was zu Schmerzen, schlechter Milchübertragung und Frustration führt. Die Stillberaterin hilft, die Verwirrung zu lösen.
Hilft eine Stillberaterin auch beim Abstillen?
Ja, absolut. Abstillen ist ein natürlicher Prozess, der genauso Begleitung verdient wie der Stillbeginn. Die Beraterin unterstützt beim sanften Abstillen: schrittweises Reduzieren der Stillmahlzeiten, Umgang mit dem Milcheinschuss, Tröstungsalternativen fürs Baby und emotionale Unterstützung für die Mutter. Denn Abstillen kann traurig sein, auch wenn es die richtige Entscheidung ist.
Stillberaterin werden?
Alle Details zur IPHM-zertifizierten SULIA Ausbildung →Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Stillen, Stillberatung und Laktation, alphabetisch sortiert.
Abpumpen
Das Gewinnen von Muttermilch mithilfe einer Milchpumpe (Hand- oder elektrische Pumpe) oder per Handentleerung. Abpumpen wird eingesetzt, wenn das Baby (noch) nicht an der Brust trinken kann (z.B. Frühgeborene), die Mutter berufstätig ist, die Milchbildung gesteigert werden soll (Power Pumping) oder ein Milchstau gelöst werden muss. Abgepumpte Muttermilch kann im Kühlschrank (bis zu 5 Tage bei 4 °C) oder im Gefrierfach (bis zu 6 Monate) aufbewahrt werden.
Anlegen
Das Ansetzen des Babys an die Brust zum Stillen. Korrektes Anlegen ist der Schlüssel zu einer schmerzfreien und effektiven Stillbeziehung. Das Baby sollte den Mund weit öffnen, die Brustwarze und einen großen Teil des Warzenhofs erfassen und die Unterlippe nach außen stülpen. Die Stillberaterin beurteilt das Anlegen und gibt Korrekturen, um Schmerzen und Verletzungen zu vermeiden.
Brustentzündung (Mastitis)
Eine Entzündung des Brustdrüsengewebes, die typischerweise mit Schmerzen, Rötung, Schwellung und Fieber einhergeht. Eine Mastitis entsteht häufig aus einem nicht gelösten Milchstau oder durch Bakterien, die über kleine Risse in der Brustwarze eindringen. Die Behandlung umfasst häufiges Stillen oder Abpumpen, Kühlung, Schmerzmittel und bei bakterieller Ursache gegebenenfalls Antibiotika. Stillberaterin und Hebamme arbeiten hier eng zusammen.
Clusterfeeding
Ein Trinkverhalten, bei dem das Baby über mehrere Stunden in sehr kurzen Abständen (alle 20 bis 60 Minuten) an die Brust will. Clusterfeeding tritt häufig abends auf und ist besonders in den ersten Lebenswochen und während Wachstumsschüben normal. Es dient dazu, die Milchproduktion anzuregen und das Bedürfnis des Babys nach Nähe und Sicherheit zu stillen. Obwohl es anstrengend ist: Clusterfeeding ist kein Zeichen dafür, dass die Milch nicht reicht.
IBCLC
Abkürzung für International Board Certified Lactation Consultant. Die IBCLC ist die höchste internationale Qualifikation in der Laktationsberatung. Voraussetzungen sind eine medizinische Grundausbildung, mindestens 1.000 Stunden klinische Praxis in der Stillberatung und das Bestehen einer internationalen Prüfung. Die Zertifizierung muss alle fünf Jahre durch Fortbildung oder Rezertifizierungsprüfung erneuert werden.
Kolostrum
Die erste Milch, die die Brust nach der Geburt bildet, auch „Vormilch" genannt. Kolostrum ist dickflüssig, gelblich und in kleinen Mengen vorhanden (wenige Milliliter pro Mahlzeit). Es ist besonders reich an Antikörpern, Immunzellen und Wachstumsfaktoren und schützt das Neugeborene in den ersten Lebenstagen vor Infektionen. Die Menge ist bewusst klein, da der Magen des Neugeborenen winzig ist (etwa so groß wie eine Kirsche).
Laktation
Der medizinische Fachbegriff für die Milchbildung und Milchabgabe in der weiblichen Brust. Die Laktation wird hormonell gesteuert: Prolaktin regt die Milchproduktion an, Oxytocin löst den Milchspendereflex (Letdown) aus. Die Laktation beginnt bereits in der Schwangerschaft (Laktogenese I) und steigert sich nach der Geburt durch die Ablösung der Plazenta (Laktogenese II). Häufiges Stillen oder Abpumpen hält die Laktation aufrecht (Laktogenese III, Angebot-Nachfrage-Prinzip).
Mastitis
Siehe Brustentzündung. Der lateinische Fachbegriff für die Entzündung der Brustdrüse. Man unterscheidet die nicht-infektiöse Mastitis (durch Milchstau) und die infektiöse Mastitis (durch Bakterien, meist Staphylococcus aureus). Eine schnelle Behandlung ist wichtig, um einen Abszess zu vermeiden.
Milchstau
Eine lokale Verstopfung eines oder mehrerer Milchgänge, die zu einer verhärteten, schmerzhaften Stelle in der Brust führt. Ursachen können sein: zu seltenes Stillen, unvollständige Entleerung der Brust, einengende Kleidung, Stress oder Müdigkeit. Die Stillberaterin zeigt Entleerungstechniken und empfiehlt Stillpositionen, bei denen das Kinn des Babys Richtung Verhärtung zeigt. Wird ein Milchstau nicht gelöst, kann sich eine Mastitis entwickeln.
Saugverwirrung
Auch „Brustschimpfphase" oder „Nipple Confusion" genannt. Entsteht, wenn ein Baby zwischen Brust und künstlichem Sauger (Flasche, Schnuller) wechselt und die unterschiedlichen Saugtechniken verwechselt. An der Brust muss das Baby aktiv arbeiten (weite Mundöffnung, Unterdruck, Zungenbewegung), am Flaschensauger fließt die Milch passiv. Prävention: stillfreundliche Zufütterungsmethoden (Becher, Fingerfeeding, BES).
Stilldemenz
Ein umgangssprachlicher Begriff für die Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, die viele Mütter in der Stillzeit erleben. Der Grund: Schlafmangel, hormonelle Veränderungen und die enorme kognitive Belastung durch die Versorgung eines Neugeborenen. Stilldemenz ist kein medizinisches Krankheitsbild, sondern eine vorübergehende und völlig normale Erscheinung.
Stillhütchen
Dünne Silikonaufsätze, die über die Brustwarze gelegt werden, um das Stillen bei bestimmten Problemen zu erleichtern: Flachwarzen, Hohlwarzen, starke Schmerzen oder Schwierigkeiten des Babys beim Erfassen der Brust. Stillhütchen sollten nur nach Beratung durch eine Stillberaterin eingesetzt werden und als Überbrückungshilfe verstanden werden, nicht als Dauerlösung. Die Beraterin hilft beim Auswählen der richtigen Größe und beim späteren Entwöhnen.
Stillkissen
Ein gebogenes Kissen, das die Mutter beim Stillen unterstützt, indem es das Baby auf Brusthöhe bringt und Arme, Schultern und Rücken entlastet. Stillkissen gibt es in verschiedenen Formen: halbmondförmig, U-förmig oder als langes Seitenschläferkissen. Die richtige Positionierung des Stillkissens kann die Stillsituation deutlich verbessern. Tipp der Stillberaterin: Das Baby soll „Bauch an Bauch" mit der Mutter liegen, nicht auf dem Rücken mit gedrehtem Kopf.
Stillposition
Die Körperhaltung von Mutter und Baby beim Stillen. Gängige Positionen sind: die Wiegehaltung (klassisch, Baby liegt quer auf dem Arm), die Rückenhaltung (Footballgriff, Baby liegt seitlich unter dem Arm), die Seitenlage (ideal nachts), das Laid-back-Nursing (zurückgelehnt, Baby liegt bäuchlings auf der Mutter) und der Vierfüßlerstand (bei Milchstau, Schwerkraft unterstützt die Entleerung). Die Stillberaterin zeigt dir verschiedene Positionen und hilft dir, die für dich bequemste zu finden.
Zufüttern
Die Gabe von zusätzlicher Nahrung (abgepumpte Muttermilch oder Säuglingsnahrung) neben dem Stillen. Zufütterung kann medizinisch notwendig sein, wenn das Baby nicht genug zunimmt. Die Stillberaterin empfiehlt in diesem Fall stillfreundliche Zufütterungsmethoden: Becherfütterung (kleine Mengen aus einem offenen Becher), Fingerfeeding (Milch wird über einen dünnen Schlauch am Finger zugeführt) oder das Brusternährungsset (BES, Milch wird über einen Schlauch an der Brust zugeführt, damit das Baby gleichzeitig an der Brust saugt). Diese Methoden helfen, eine Saugverwirrung zu vermeiden und die Stillbeziehung zu erhalten.
